chanukkah – eine zwischenbilanz

heute abend bin ich auf meiner letzten chanukkah-party. dann wars das schon fast für dieses jahr. irgendwie ist es doch traurig, dass die zeit immer so schnell vorbei gehuscht ist, immerhin hat es mir dieses jahr viel spass gemacht. es war aber auch so viel los wie nie zuvor in meinem leben – muss wohl an berlin liegen.

dies jahr habe ich auch viele neue erfahrungen und informationen zu chanukkah mitgenommen , ebenfalls wie noch nie zuvor. so gab es einige fragestellungen, die einfach durch diskussionen hier am kolleg unter uns studenten entstanden sind und oft mit interessanten antworten beantwortet wurden.

so zb.:
es ist sefardischer brauch, den schames (die kerze, die jeden tag zusätzlich zu den chanukkah-kerzen angezündet wird) als letzte anzuzünden und nicht, wie „wir“ es gewohnt sind, als erste, um damit die anderen kerzen zu entzünden. grund hierfür: die chanukkah-lichter sollen uns nicht als lichtquelle dienen, z.B. zum lesen usw. daher entzünden wir diese eine zusatzkerze als profanes licht. wenn wir sie zu anfang zünden, sprechen wir ja die bracha darüber, was sie eigentlich auch vom profanen abtrennt. also, erst alle kerzen der chanukkia entzünden und dann sozusagen extra, das profane licht.

was mich zu einer weiteren tschuwa (antwort) führt. eigentlich brauchen wir den schames nicht mehr. als profane lichtquelle haben wir elektrisches licht. also einfach den lichtschalter betätigen. (aber was ist dann mit der romantik)…

auch sehr interessant ist die frage, wann sollen wir eigentlich die kerzen zünden. die mitzwa, die wir erfüllen sollen, ist ein licht zu entzünden, als sichtbares zeichen zur erinnerung an die wiedereinweihung des tempels. ein zeichen muss auch gesehen werden und zwar von anderen. darum sagen die rabbinen, muss das licht in der dämmerung angezündet werden, solange noch markt-zeit ist, so dass die menschen auf ihrem weg nach hause das licht sehen.

szenenwechsel: wir befinden und in eretz israel oder babylon vor rund 1.500 bis 1.800 jahren. nachts war da niemand mehr auf der straße. mit dem untergehen der sonne waren entsprechend alle von der straße verschwunden. es war stock dunkel. also macht das mit dem anzünden in der dämmerung, also etwa eine halbe stunde vor dem endgültigen sonnenuntergang sinn.

zurück zu heute. gemäß der anforderung, dass möglichst viele passanten das licht sehen sollen, muss man sich also überlegen, wann dies der fall ist. es kann also sinn machen, wenn man gegenüber von einem theater wohnt, die kerzen zum zeitpunkt des endes der abendvorstellung zu zünden. oder, durch die verlängerung der einkaufszeiten, erst um 22.00 uhr, da dann die meisten menschen auf dem weg nach hause sind.

übrigens, sollte man, so meine meinung, die kerzen immer am fenster anzünden. auch dann, wenn man glaubt, dass eh keiner erkennt was man da macht und juden dort eh nicht leben …, man weiss nie. vielleicht kommt gerade an dem abend jemand an eurem haus vorbei, der es eben doch weiss, der eure mitzwah zu schätzen weiss. es geschehen ja doch ab und an wunder
🙂

in diesem sinne
chanukkah sameach

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