fanatisch, fundamentalistisch, fromm

Fernsehsendung über religiöse Fundamentalisten – MITTWOCh 5.12. – 23.30 – 0.15 im Ersten

ob der bericht etwas taugt, kann ich euch nicht sagen, aber der pressetext verspricht einen interessanten beitrag, über den es sich hoffentlich lohnt, im anschluss, vielleicht über diese seite, zu diskutieren:

Baden-Baden (ots) – Junge Menschen in allen Erdteilen haben den Glauben wiederentdeckt. Doch aus fröhlichem Feiern und frommer Inbrunst kann auch ein religiöser Absolutheitsanspruch entstehen.
Solche „fundamentalistischen“ Strömungen gibt es in allen Weltreligionen. Wie entstehen solche festen Überzeugungen und wie sieht das Leben von Fundamentalisten in den verschiedenen Religionen wirklich aus?

Die Reportage „Fanatisch, fundamentalistisch, fromm“ stellt das Phänomen des Fundamentalismus mit Beispielen aus dem Christentum in den USA, aus dem Judentum in Israel und aus dem Islam im Jemen vor.
Die Reporter von SWR, NDR und WDR untersuchen am Beispiel einzelner Personen und religiöser Gruppen, warum Fundamentalisten bedingungslos für ihre Weltanschauung kämpfen.

Der texanische Prediger John Hagee ist einer der Wortführer christlicher Fundamentalisten in den USA. Mit seinen evangelikalen Anhängern setzt er sich bei politischen Nahost-Krisen regelmäßig für Israel ein – aus einem ganz speziellen Grund: Seiner Auffassung nach ist ein Staat Israel erforderlich, damit es in Armageddon zur letzten Schlacht der Menschheit zwischen Gut und Böse kommt, Voraussetzung für die Rückkehr des Messias. Thomas Berbner, ARD-Korrespondent in Washington, begleitet außerdem eine Gruppe von so genannten „Kreationisten“ auf einer Bootstour durch den Grand Canyon. Sie glauben an keine Erosionsprozesse, die den Canyon schufen, und an keine Evolutionsgeschichte beim Menschen. Sie glauben, Gott habe die Welt erschaffen, exakt so wie es in der Bibel stehe, vor 6000 Jahren.
Und das „beweisen“ sie bei ihrer Bootstour.

In Palästina beobachtet der israelische Filmemacher Uri Schneider den Kampf der jüdischen Siedlerin Daniella Weiss um das von Gott den Israeliten verheißene Land. Die energische 62-Jährige war von Anfang an im „befreiten“ palästinensischen Westjordanland dabei, heute ist sie Bürgermeisterin von Kedumim, einer der wichtigsten Siedlungen im Westjordanland. Zum jüdischen Laubhüttenfest gründete sie eine illegale neue Siedlung auf einem staubigen Hügel, ignorierte Verbote und Drohungen.“Wir sind sicher nicht wie die islamischen Fundamentalisten, die mit Terrorismus und Massenmord einen Gottesstaat errichten wollen“, erklärt sie. Doch sie ist überzeugt, dass Gott den Juden „dieses heilige Land versprochen hat“. Und sie nimmt kalte Nächte in ihrem Kleinwagen in Kauf, wenn sie Nachtwache an der Einfahrt zur neuen Siedlung schiebt, um die israelische Armee an der Räumung zu hindern. Als eine „Kriegerin in der Armee Gottes“
versteht sie sich und insofern auch als „Fundamentalistin“ im ureigensten Sinne.

Einer anderen, streng islamischen Ordnung folgt der Fundamentalismus im Jemen. Mittelalter und Globalisierung prallen dort aufeinander und wecken Ängste vor der Unterwerfung unter den Westen. Patrick Leclercq, ARD-Korrespondent in Kairo, hat zwei Fundamentalisten besucht: Scheich Ali Abbud lebt in der Provinz Marib in der Gemeinschaft eines 1000-jährigen Stammes. Bei Verstößen seiner etwa 10000 Untertanen gegen die islamische Lebensform sind die Kalaschnikovs schnell zur Hand. Ob Stammesheirat oder Weltpolitik:
„Wir wollen keine Vermischung, weil sie unsere Religion beschädigt“, sagt Ali Abbud. Auch Gewürzhändler Mohammed Fadel aus der Hauptstadt Sana’a lebt mit seiner großen Familie in einer geschlossenen islamischen Welt. Sein Tagesrhythmus wird weniger von den Ladenöffnungszeiten bestimmt als von seinen fünf täglichen Gebeten.
Sein Fundament ist der Koran. Und sein größtes Glück? „Das zu tun, was Gott will.“

„Fanatisch, fundamentalistisch, fromm“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von SWR, NDR und WDR. Die Federführung für die Gruppenreportage liegt beim Südwestrundfunk (Redaktion:
Ute-Beatrix Giebel). Die Sendung wird am Mittwoch, 5. Dezember, von 23.30 Uhr bis 00.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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