Finanzkrise

Juebe hat schon berichtet und in vielen Zeitungen war eine mehr oder weniger große Notiz darüber, dass die Finanzkrise auch Auswirkung auf das Kolleg hat, an dem ich studiere. Warum? Ein Teil der Finanzierung des Kollegs wird durch Spenden abgedeckt, ein großteil wiederum davon wiederum aus den USA. Nun nimmt die Spendenbereitschaft in den USA dramatisch ab und der Dollarwechselkurs sorgt für den Rest. Das Kolleg erhält bereits einen beachtlichen Anteil an Fördermitteln von Bund und Zentralrat, die Bundesländer, die ja einen großen Wert auf den föderalen Aufbau von Kultur- und Ausbildung legen, haben sich jedoch bisher zurückgehalten. Nun kann das Kolleg, welches inzwischen auf über 20 Studierende angewachsen ist (inkl. der Kantoren), diese Lücke aus eigener Kraft nicht mehr schließen und hat in einer Art Hilferuf auf seine Lage hingewiesen.

Ein medialer Beitrag zu diesem Medienecho lief am 16.10. (Gestern) auf dem RBB Brandenburg:

Bericht über das AGK
Bericht über das AGK

In dem Bericht könnt Ihr auch einen Blick auf die neue Torah Rolle werfen, die wir an Simchat Torah offiziell einbringen werden. Sie ist ein Geschenk an das Kolleg und nach dem ersten Blick, den ich darauf werfen durfte, wunderbar geschrieben und …. einfach toll.

p.s.: Mein Kommentar in dem Fernsehbericht wirkt etwas merkwürdig, da der erste Teil meiner Antwort weggeschnitten wurde. Die Frage, die mir gestellt wurde, stellte mich vor die Herausforderung, die Brücke zwiwschen meinem alten Beruf als Buchhändler und meinem neuen Berufsziel, Rabbiner, zu beschreiben und was das besondere im Judentum ist. Ich konnte dem Redakteur leider nicht den Gefallen tun, in drei Sätzen zu antworten.

4 Gedanken zu „Finanzkrise

  • 9. November 2008 um 20:48
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    Im Tagesspiegel wurde eine Zahl von 350 Studenten genannt. Für realistisch hale ich mehr die von Dir genannte. Als Steuerzahler erwarte ich auch, daß es eine Verhältnismäßigkeit der Mittel gibt. Wenn man jetzt rechnet, daß für 20 Studenten 1 Mill. € verbraucht werden sollen erscheint das, nun ja, luxuriös. Für die Bewilligung weiterer Gelder würde ich eine klare Offenlegung des Haushaltes des Geigerkollegs und nicht ein Ausspielen der Mitleids- und schlechtes Gewissenkarte erwarten.

  • 11. November 2008 um 12:22
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    medbrain,

    die zahl 350 bezieht sich auf die studenten, die jüdische studien an der uni potsdam belegt haben. das kommt in dem bericht eventuell etwas unklar rüber.

    es macht meines wissens keinen großen unterschied, ob 5, 20 oder 50 studenten, was den grundbedarf an finanzmittel angeht. die räume, die dozenten, die verwaltung usw. du kannst sicher sein, dass keiner sich bereichert. bei uns ist nichts luxuriös. schön wäre es. die stipendien, die wir studenten erhalten ebenfalls nicht. wir „deutschen“ studenten erhalten übrigens die stipendien von anderen institutionen, wie z.b. die starck-stiftung. und sie bewegen sich auf bafög-niveau, also auch alles sehr im rahmen.

    und die behauptung, dass der haushalt des kolleges nicht offen sei, ist schlichtweg falsch. da das kolleg bundesmittel erhält, erfolgt die buchhaltung nach sehr strengen richtlinien und ist, z.b. auch frau wanka (ministerin für wissenschaft in brandenburg) seit monaten in vollem umfang vorgelegt worden.

    und so ganz nebenbei, ein blick nach heidelberg zeigt, dass das andere (vergleichbare) institutionen durchaus mehr geld verbrauchen und zwar schon über jahre hinweg. das agk hat immerhin schon rabbiner hervorgebracht und alleine in diesem jahr werden mind. zwei weitere ordiniert.

  • 13. November 2008 um 04:43
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    @ medbrain

    Die zahl 350 stimmt, es sind die Studenten der Jewish Studien der UP. Da die Dozenten des Kollegs auch an der UP unterrichten, haben also die 350 Studenten was davon. Es spielt keiner die Mitleidkarte aus, es geht nur darum dass die ausbildung von nicht-orthodoxen Rabbinern gewährleistet werden soll und dazu ist der Staat verpflichtet, es werden ja auch theologische Hochschule finanziert, Heidelberg wird finanziert, die Lauder jeshiva wird inderekt über den ZR finanziert – also warum nicht das AGK?

    Und übrigens wenn du keinen Ahnung hast über die Buchführung und die transparenz der Finanzierung des AGK, sei etwas leiser in deiner Kritik.

  • 26. Februar 2009 um 20:53
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    Und wie steht es nun um das Rabbinerseminar? (Falls sich etwas geändert oder geklärt haben sollte…)

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