Glaube und Wissenschaft

eine meiner professorinen (frau prof. albertini) hat mir/uns heute über den verteiler zu ihrer vorlesung einen link geschickt, von dem sie meint, dass wir die seite interessant finden könnten:

http://www.templeton.org/belief/

und obwohl ich eigentlich schnell mein referat für morgen die endgültige fassung geben sollte, habe ich den link – eine nette ablenkung – geöffnet.

Does science make belief in God obsolete?

This is the third in a series of conversations among leading scientists and scholars about the „Big Questions.“

nu, ohne die zeit gehabt zu haben, die einzelnen beiträge zu lesen, maße ich mir erst einmal an, diese frage aus meinem gefühl heraus mit „natürlich nicht“ zu beantworten. wahrscheinlich gilt eher das umgekehrte. je mehr wir über diese welt erfahren, je mehr ich über meine umwelt lerne, umso mehr bin ich erstaunt, umso mehr kann ich G’tt und G’ttes werk erleben. 

ich glaube nicht, dass die wissenschaft die welt entzaubern kann, ihr den G’ttlichen funken rauben kann. 

im umgang mit der wissenschaft stellt sich für mich also nicht die frage, ob sie den glauben an G’tt überflüssig macht, sondern was wir mit dem geschenk der erkenntnis anfangen. wie bringe ich forschung und ethik in einklang, wie fortschritt mit halacha, wie machbares mit selbstbeschränkung.

ein konzept von shabbat ist nicht „ausruhen“ – im hebräischen „lanuach“, sondern bewußt mit etwas aufhören, was einem möglich ist „lischbot“ (wurzel: ש.ב.ת)“. das bedeutet nicht, dass ich für den verzicht auf wissenschaft plädiere, sondern dass es um ein bewußtsein geht, mit der sie betrieben wird. im rahmen einer jüdischen ethik kann forschung und wissenschaft nicht rein um ihrer selbstwillen erfolgen. sie muss – meiner meinung nach – dem zweck der heilung der welt „tikkun olam“ dienen. unter diesem vorzeichen verliert sie auch nicht die verbindung zu G’tt, sondern ist teil der andauernden offenbarung G’ttes, teil eines beständigen dialoges zwischen mensch, der umwelt und G’tt. 

3 Gedanken zu „Glaube und Wissenschaft

  • 28. April 2008 um 22:23
    Permalink

    Interessante Link! Schön von Frau Albertinit zu hören, sie war vor einiger Zeit noch bei uns in Frankfurt an der Uni. Sie war unserer Zimmernachbarin. Schöne Grüße!

  • 29. April 2008 um 00:10
    Permalink

    nicht „laschewet“ (wurzel: י.ש.ב) sondern „lischbot“ (wurzel: ש.ב.ת)

  • 29. April 2008 um 13:19
    Permalink

    danke. genau das meinte ich auch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.