rückschau zum semesterende (jahrestagung und bar mitzwah)

bevor die letzte vorlesungswoche an der uni beginnt, noch ein kurzer rückblick auf die vergangenen tage:

zuerst die barmitzwah:

Benyamins Barmitzwah - Familienfoto
Benyamins Barmitzwah - Familienfoto

ja, ich war wirklich stolz auf benyamin. er hat in dem einen jahr richtig was gelernt (und ich weiss, dass ich nur einen kleinen teil beitragen konnte). er hat einen großen teil des g’ttesdienstes geleitet und ich denke, dass er jederzeit als vorbeter teile, oder ganze g’ttesdienste übernehmen kann – in meinen augen ein wichtiges ergebnis. er hat gut aus der torah gelesen und seine drasha hat gezeigt, dass er sich mit dem wochenabschnitt beschäftigt hat und vor allem mit der frage, was gebote und verbote bedeuten und wie er sie heute, als junger jüdischer mann, versteht.

sehr erfreulich war, dass seine ganze familie angereist kam (benyamin war ein austauschschüler aus den usa). ein teil seiner großerltern, shoa-überlebende, kam extra aus israel. kein leichter gang. beeindruckt war ich von den beiden, als sie die haftara gelesen haben. gemeinsam im dialog. ein bild, dass ich so schnell nicht vergessen werde.

Benyamins Großeltern
Benyamins Großeltern

die anschließende feier war schön und vor allem angemessen. ich bin ein gegner von feiern, die sämtliche budgets sprengen und familien, die kein großes einkommen haben, abschrecken, an eine eigene bar/bat mitzwah zu denken. alles war in der gemeinde, das essen war vergleichbar dem üblichen kiddusch, nur eben ein wenig mehr und es gab keine großen geschenk-aktionen und dekorationen usw. ich hatte wirklich den eindruck, dass hier einfach innerhalb der familie ein lebensabschnitt eines mitgliedes gefeiert wurde und alle daran teilhaben konnten. gerade auch die „russischen“ gemeindemitglieder vermittelten mir den eindruck, dass sie sich nicht an den rand gedrängt fühlten, wie ich es schon so oft bei anderen gelegenheiten erlebt habe.

rückschau teil zwei:

Geiger Familie
Geiger Familie

vergangenes wochenende fand die 14. jahrestagung der union progressiver juden statt. es war für mich die 6. oder 7. jahrestagung und (leider) auch eine, von der ich so gut wie nichts mitbekommen habe. ursache: durch das semesterende und den bevorstehenden klausuren in dieser woche, konnte ich meine vorlesungen am freitag nicht ausfallen lassen, so dass ich den workshop-tag der jahrestagung nicht besuchen konnte. ich denke, dass dies auch ein wesentlicher kritikpunkt an der ganzen tagung sein kann, nämlich die konzentration der meisten veranstaltungen auf einen tag. als „heimschläfer“, also jemand, der in berlin lebt und nicht im tagungszentrum übernachtet, hatte ich zudem wenig von dem „abends gemeinsam noch zusammensitzen“. von spandau (johannesstift) bis nach berlin ist man leider doch gute 40-50 minuten unterwegs.

Probe
Probe

wir studenten vom geiger kolleg haben den shacharit am shabbat geleitet und alles in allem würde ich sagen, dass diese gemeinsame durchführung ein würdiger abschluss für unser gemeinsames semester war. auch für uns galt, dass die generalprobe eine „katastrophe“ war, aber der G’ttesdienst gut lief. wenn ihr demnächst beim einheben der torah eine merkwürdige melodie vernehmt, so kann ich euch vielleicht die ursache erklären: mir ist nämlich die passende entfallen, als ich mit der torah vor dem torah-schrank stand und so habe ich ein bisschen improvisiert. ich fand es nicht so schlecht … und wer weiss, vielleicht ist ja eine neue tradition geboren worden  … *lach*

den restlichen samstag habe ich zunächst mit einigen plaudereien zugebracht und dann mit lernen für die klausurwoche. der sonntag war bestimmt von der mitgliederversammlung der upj und der nachmittag mit dem schreiben an einer arbeit über aguna. das ergebnis findet ihr in kürze hier.

shavua tov

Ein Gedanke zu „rückschau zum semesterende (jahrestagung und bar mitzwah)

  • 15. Juli 2008 um 10:43
    Permalink

    Erstmal: Sehr interessanter Blog! Meine eingerosteten Kenntnisse über das Judentum werden hier auf unterhaltsame Art aufgefrischt (schiefes Bild, ich weiß).

    „mir ist nämlich die passende entfallen, als ich mit der torah vor dem torah-schrank stand und so habe ich ein bisschen improvisiert.“

    Mein Reli-Lehrer (evang. Pfarrer) erzählte, dass er mal beinahe bei einer Beerdigung in das offene Grab gestürzt wäre. Er konnte sich gerade noch mit einem Sprung über das Grab retten und machte weiter, als wäre nichts gewesen. Nachher hat sich die Familie bei ihm ausdrücklich für dieses „schöne Ritual“ bedankt.
    🙂

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