Libeskind für Bau einer Liberalen Synagoge in München

bs-news1Daniel Libeskind engagiert sich für die Initiative zum Bau einer Liberalen Synagoge in München

Die Liberale Jüdische Gemeinde Beth Shalom in München gedachte des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht mit über 300 Freunden und Mitgliedern im jüdischen Museum. Das sehr große Interesse am Gedenkgottesdienst war überwältigend. Aufgrund der zahlreichen Anmeldungen mussten kurzfristig zwei Gottesdienste nacheinander organisiert werden. Die bewegenden Gottesdienste wurden von Rabbiner Dr. Tom Kučera geleitet und musikalisch umrahmt durch Kantor Fahlenkamp aus Berlin und einen gemischten Chor mit Mitgliedern des Chores der evangelischen Lukaskirche und der Gemeinde Beth Shalom. Die musikalische Leitung hatten Gerd Kötter und Beth Gahbler. Anschließend traf man sich zum Segen über Brot und Wein und einen Imbiß im Museumsfoyer.

Einen hoffnungsvollen Akzent setzte gegen Ende der Veranstaltung die Ankündigung, dass der weltberühmte Architekt Daniel Libeskind sich nicht nur bereit erklärt hat, den Plan für eine neue liberale Synagoge in München zu entwerfen, sondern auch die Gemeinde Beth Shalom bei ihrer Initiative von ganzem Herzen zu unterstützen. Mit der Initiierung dieses Projekts baut die Gemeinde Beth Shalom eine Brücke zwischen der deutschen liberalen Tradition der Vorkriegszeit und der Zukunft; sie leistet einen Beitrag zur Verwirklichung der Vision von religiösem und kulturellem Pluralismus im modernen Deutschland.

Die Unterstützung von Daniel Libeskind für das Projekt ist das Startsignal für die Initiative von Beth Shalom: ein Synagogenfonds ist eingerichtet worden, in den auch Spendengelder aus dem privaten und öffentlichen Bereich fließen sollen. 2009 wird Daniel Libeskind für ein Treffen mit Gemeindemitgliedern und Unterstützern des Synagogenbaus nach München kommen. Als nächste Schritte sind der Erwerb eines geeigneten Grundstücks und die konkrete Planung für das Gebäude vorgesehen.

Seit ihrer Gründung 1994 wächst die Liberale Jüdische Gemeinde in München, Beth Shalom, stetig. Im Jahr 2006 konnte sie mit Dr. Tom Kučera den ersten Rabbiner in Vollzeit einstellen. Beth Shalom gehört der weltweit größten jüdischen Organisation an, der World Union of Progressive Judaism, die 1924 von Rabbiner Leo Baeck in Berlin gegründet wurde. Das liberale Judentum (auch progressives oder Reformjudentum) war vor dem Krieg in München und in Deutschland die bedeutendste Strömung des Judentums und ist auch heute noch in den USA und weltweit die zahlenstärkste Richtung innerhalb des Judentums.

(Presseerklärung meiner Heimatgemeinde Beth Shalom in München. Mehr zur Gemeinde auf www.beth-shalom.de)

2 Gedanken zu „Libeskind für Bau einer Liberalen Synagoge in München

  • 13. November 2008 um 04:45
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    Noch eine Synagoge in Münschen? Kann man nicht mit der IKG verhandeln, dass sie was abgibt, genug Immobilien haben die ja.

  • 13. November 2008 um 15:04
    Permalink

    leider leider ist das bisher nicht gut verlaufen. es gab ja auch die idee, die reichenbachstraße, also die ehemalige hauptsynagoge als liberale synagoge zu nutzen, aber mehr als eine idee war es dann auch nicht. ich denke, dass eine stadt wie münchen durchaus mehrere synagogen vertragen kann. mir scheint das vorgehen der gemeinde sehr durchdacht. zuerst hat man sich um den aufbau der gemeinde bemüht, dann hat man eine rabbinerstelle geschaffen und erst jetzt, wo die strukturen gefestigt sind, plant man ein haus zu bauen. ein seltenes beispiel.

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