Shoah und Nationalsozialismus im Unterricht

Für ein Projekt im Rahmen eines Uni-Seminares bin ich (mal wieder) am sammeln von Materialien und Daten und da ich weiß, dass einige meiner LeserInnen engagiert in Gemeinden sind, veröffentlich ich diesen Aufruf auch hier in meinem Blog.

Zielgruppe meiner Anfrage sind diesmal ausschließlich jüdische Gemeinden. Es geht um Unterricht für jüdische Kinder und Jugendliche. Andere Studenten betrachten das Thema aus anderen Blickwinkeln, so dass am Ende ein breites Spektum abgedeckt sein wird.

Hier meine Anfrage:

Sehr geehrte Gemeindevertreterinnen und – vertreter,

im Rahmen eines Studienprojektes an der Universität Potsdam brauche ich Ihre Unterstützung und möchte Sie herzlich Bitten, mir bei der Suche nach Unterrichtsmaterialien und der Beantwortung einiger Fragen zu helfen.

Konkret suche ich Unterrichtsmaterial für jüdische Kinder- und Jugendliche zu den Themen Shoah und Nationalsozialismus. Haben Sie in Ihrer Gemeinde solches Material, dass Sie im Unterricht (z.B. Bar-/Bat-Mitzwah Unterricht) verwenden? Es wäre mir sehr geholfen, wenn Sie mir Kopien dieses Materials zukommen lassen könnten, bzw. mir genauere Angaben über die Materialien und deren Bezugsquellen zusenden könnten?

Desweiteren habe ich nachfolgend einige Fragen formuliert, die ich Sie herzlich bitte möchte, mir ausgefüllt, per Email (schell -at-  uni-potsdam.de), per Fax (030) 63429784, oder per Post (Adrian M. Schell, Postfach 100320, 10563 Berlin), zurücksenden.

Das Ergebnis dieser kleinen Umfrage schicke ich Ihnen selbstverständlich zu. Die Materialen, soweit keine Urheberrechtsbeschränkungen vorliegen und wenn dies von den Herausgebern genehmigt wurde, ebenfalls.
Herzlichen Dank im Voraus

Adrian Michael Schell
Rabbinerstudent / Uni Potsdam Jüdische Studien

Fragebogen an jüdische Gemeinden (Word-Dokument)

Ich danke Ihnen/Euch für die Unterstützung und bin gespannt auf die Rückmeldungen.

3 Gedanken zu „Shoah und Nationalsozialismus im Unterricht

  • 18. Januar 2009 um 12:42
    Permalink

    Ich hab mich schon immer gefragt, wie der Unterricht über die Shoa und NS für eine Gesellschaft gestaltet werden soll, die irgendwann aus Menschen mit Migrationshintergrund besteht?
    Die Familien dieser Kinder haben kein kollektives Gedächtnis bezüglich NS, sie komme nicht aus diesem Land, haben auch keine Omas und Opas, die in diese Zeit involviert waren.
    Wie wird die Sicht dieser Kinder und Jugendliche auf diese Zeit sein? Genauso wie gegenüber jeden Genozid in der Geschichte?
    Ich denke das wird eine ziemliche Mamutaufgabe für die Zukunft.

  • 20. Januar 2009 um 12:12
    Permalink

    wirklich?
    ich bezweifel das, ehrlich gesagt. Klar, Assmanns Begriff und Idee des „kollektiven Gedächtnisses“ ist wirkmächtig, aber ich finde nicht, daß er sich überzeugend beweisen läßt – und letztlich nicht wissenschaftlich ist.
    Ich kann mich an die shoah nicht „erinnern“, auch nicht in Assmanns Ausdeutung. Letztlich ist es ein historisches Ereignis, daß sich heute nur noch eingeschränkter als damals begreifen läßt, auch wenn wir mehr darüber wissen und es vielleicht besser verstehen. Ich als Deutscher mag eine besondere Beziehung dazu haben, weil es zu meiner Geschichte und zu meiner kulturellen Identität dazugehört – das ist aber alles und etwas ganz anderes.
    „Wie wird die Sicht dieser Kinder und Jugendliche auf diese Zeit sein? Genauso wie gegenüber jeden Genozid in der Geschichte?“
    Vermutlich – und ich halte das weder für etwas besonderes noch für etwas verwerfliches – wenngleich man es von „deutscher“ oder von „jüdischer“ Seite bedauern mag – nicht umsonst wurde die Shoah schon vor(!) Hannah Arendt als geistige Ausprägung und Folge des europäischen Kolonialismus gedeutet – eine Deutung, die heute zunehmend an Gewicht zu gewinnen scheint, wenn ich mir Leute wie Dan Stone oder Mark Mazover ansehe.

    Sicher ist der Schock des Miterlebens abgeklungen – aber ich würde mal behaupten, daß er in Bezug auf die Deutschen ohnehin immer fraglich war. Man bedenke, daß vor „Holokaust“ in der BRD die Judenverfolgung kaum in der Breite thematisiert wurde – also auch hier sicher ein bis zwei Generationen in der Erinnerungsarbeit übersprungen wurden.

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