Lesezeichen – Simanija » München
meilenstein
Geschafft ! den schriftlichen teil des hebraicums hatte ich heute. es kam aus dem ersten buch könige ein “kleiner” abschnitt zum übersetzen vor und natürlich einige wortanalyen. ich muss sagen, es lief in meinen augen ganz gut, auch bei meinen mitkämpfern. jetzt kommt noch am montag der mündliche teil und ich hoffe, dass dann dieser teil abgeschlossen ist.
das hebraicum ist aber nur ein teil meiner begründung, dass ich mich hier so rar gemacht habe. der andere teil, und auch da habe ich einen meilenstein geschafft, ist ein erneuter umzug. da münchen in kürze ganz und gar aus meinem lebensmittelpunkt verschwindet
brauchten wir eine größere wohnung – da wir ab ende april e n d l i c h beide in berlin leben und “arbeiten” werden. das bedeutet aber, dass wir rund um pessach die beiden umzüge (kleine wohnung berlin in große wohnung berlin und wohnung münchen in große wohnung berlin) über die bühne bringen müssen. und dies alles natürlich bis semesterbeginn – ich gebe zu, mein israel-aufenthalt sorgte für zusätzliche engpässe.
aber wie gesagt, auch hier haben wir einen meilenstein geschafft. die neue wohnung in berlin ist bezogen, die alte geräumt. in der neuen ist übrigens chametz-verbot. nur der bierkasten für die umzugshelfer macht mir noch sorgen
ich wünsche euch schon jetzt shabbat shalom und chag sameach.
Popularity: 1% [?]
mein neuer rabbiner
irgendwie war jom kippur wie letztes jahr – es war anders als im jahr zuvor und trotzdem vertraut.
wir haben einen neuen rabbiner in der gemeinde. und mit neu meine ich nicht, dass er die betreuung der gemeinde erst kürzlich übernommen hat, nein. er ist wirklich ein neuer rabbiner. frisch vom kolleg (böse zungen würden eher sagen, frisch aus dem studio, nach dem ganzen wirbel, den seine ordinierung und die zweier seiner mitstudenten erzeugt hat). mein neuer rabbiner heisst tom und wurde vor nicht mal drei wochen ordiniert. davor war er in unserer gemeinde rabbinerstudent und ein kommilitone von mir.
über die ordination konnte man ja nun wirklich genug lesen. die pressemappe hat den umfang eines kleinen buches und ich finde, dass die ganze aufmerksamkeit zurecht so groß war. wer etwas anderes behauptet, hat eventuell nicht begriffen, dass die ordination keine alltäglichkeit war und eine zu tage getragene bescheidenheit niemanden etwas genützt hätte. man muss investieren, wenn man etwas erreichen will. und das ziel, das das kolleg und der zentralrat hatten ist kein kleines. es geht nicht darum, mal 50,- euro für ne spendendose zu bekommen, sondern die ausbildung von rabbinerinnen und rabbinern in deutschland langfristig zu sichern.
und warum sollte man solch eine ordination von rabbinern eigentlich im kleinen kämmerchen durchführen? wir leben doch nicht auf einer kleinen insel in irgendeinem ozean, abgeschieden von der restlichen zivilisation. wir sind teil der gesellschaft und es ist wichtig, dass wir uns in ihr zeigen; gerade, wenn wir etwas zu feiern haben. dürfen jüdinnen und juden sich nur zu wort melden, wenn es antisemitische übergriffe ereignet haben, wenn nazis irgendwo ein hotel kaufen?
nun ist tom also rabbiner. zu erev rosh ha-shanah stand er dann zum ersten mal vor der gemeinde als rabbiner. genau an diese stelle gehört er. man fühlte, dass die ganze gemeinde an sein erfolg teilhaben durfte, dass er gemeinsam mit uns weiter gehen möchte, dass beide seiten lust haben, nun an die nächsten, neuen aufgaben heranzugehen. mit dieser grundstimmung waren die hohen feiertage in münchen wunderbar untermauert.
ein neuer rabbiner stand vor und trotzdem war er allen sehr vertraut. ich wünsche tom noch einmal von dieser stelle alles gute.
[foto: tom bei der akademischen abschlussfeier in dresden]
Popularity: 1% [?]
Veröffentlicht unter: Abraham Geiger Kolleg, München








English
Deutsch
עברית
Feedback