Loyalitaet

jetzt bin ich wieder in berlin zurück und versuche das erlebte der letzten woche in worte zu fassen. es ist schwieriger, als ich dachte, bin ich doch in der letzten woche durch ein ganzen wald voller eindrücke, gefühle und gedanken gerannt. schwarz und weiße eindrücke, die sich leicht zu papier bringen lassen, sind – wie so oft – kaum vorhanden und stellen damit das problem der ganzen konferenz in wenigen worten dar.

ich wage mich aber dennoch daran, auch wenn vieles untergehen wird, einiges nicht nachvollziehbar scheint und für euch, die ihr nicht an der konferenz teilgenommen habt, unverständlich bleibt.

bei der konferenz handelte es sich um die 6. folgekonferenz in einer serie von „group-relations“-konferenzen, die nach der „tavistock“-methode (?) aufgesetzt wurden. als nicht psychologe ist mir bis zum ende nicht ganz bewusst geworden, wie nun diese methode im detail aussieht, aber der zweck scheint mir, in einem geschlossenem system gruppendynamische entwicklungen zu erkennen und zu erforschen. dabei liegt die kompetenz nicht bei personen außerhalb, die eine gruppe und ihre entwicklungen beobachtet, sondern bei jedem teilnehmer selbst. jeder ist beobachter und studienobjekt in gleicher weise und kann beobachtungen in die auswertung einbringen. es gibt zwar eine subgruppe, das „staff“, welches die konferenz führt und für konsultationen der anderen subgruppen zur verfügung steht, es bleibt aber teil der gesamtkonferenz und ist teil der untersuchungen. Mehr lesen

die rolle der deutschen

seit zwei tagen bin ich nun auf der konferenz in zypern. wir sitzen in einem bauhaus hotel abseits der touristenmeilen und größeren städte auf einem berg. auch wenn dieser berg kein vulkan ist, birgt dieser ort doch viel sprengstoff und kleine eruptionen gab es auch schon. das explosive gemisch entstammt nicht der natur, sondern den virtuellen rucksäcken, die ein jeder teilnehmer mitgebracht hat.

wie ich in einem vorherigen beitrag geschrieben habe, ist die konferenz eine zusammenkunft von mehrheitlich psychologen/sychotherapeuten und -analysten aus israelis, deutschen und palästinensern/arabern und anderen. Mehr lesen

cross-over-seelsorge

ist ein rabbiner ein seelsorger oder nicht? gehört das zu seinen aufgaben?

irgendwie denke ich schon, auch wenn der begriff der seelsorge ein sehr christlich geprägter ist und vielleicht nicht so wirklich auf das judentum zutrifft. ich würde mich der bezeichnung „begleitung“ anschließen (definitioshilfe: ich helfe jemanden über die straße, damit er auf der anderen seite seine dinge selbst erledigen kann und gehe nicht für ihn und erledige, was er selbst hätte tun können). es geht nicht um die (abstrakte) sorge um die seele und ihrer erlösung, sondern um den ganzen menschen und seinem weg durch diese welt.

© Damaso Reyes
© Damaso Reyes

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ein jahr in hameln

im vergangenen jahr habe ich ja schon mehrfach über meine besuche in der jüdischen gemeinde in hameln gesprochen. nachdem ich mein praktikum dort nun abgeschlossen habe, möchte ich gerne meine eindrücke noch einmal revue passieren lassen.

hameln ist eine kleine stadt im mittleren westen :). jüdisches leben wurde dort wie in allen städten deutschlands durch die nazis im grunde ausgelöscht. die erst 1879 erbaute synagoge wurde im novemberpogrom von 1938 zerstört, mit ihr auch die bewegte jüdische geschichte der stadt, die mit der „Glikl von Hameln“ eine bekannte protagonistin hatte.

(c) by Damaso Ryes
(c) by Damaso Ryes

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Antisemitische Horrorshow

so bezeichnete eldad beck gestern abend auf einem treffen der jüdischen sozialdemokraten die vorkommnisse auf der „Third Transatlantic Conference“ (24. – 25. Juni 2008 ) in berlin.

ich gebe zu, dass ich davon bisher nichts mitbekommen habe und jetzt, einen monat danach, mich darüber aufzuregen, wirkt schon ein bisschen seltsam. aber vielleicht sind die reaktionen auf das ganze in den letzten vier wochen, bzw. die fehlenden reaktionen hierzu ein noch viel größerer grund, mehr als nur verwundert den kopf zu schütteln. aber der reihe nach:

an besagtem wochenende vor 4 wochen fand in berlin, in der hessischen landesvertretung und damit unweit des mahnmals für die ermordeten juden in europa, eine internationale konferenz der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung zum thema raketenabwehr statt. finanziert durch eine bunte truppe namhafter politischer, bzw. gesellschaftspolitisch relevanter gruppen: bund (d.h. steuermittel), außenministerium (steuermittel), friedrich-ebert-stiftung (spd-nah) und EKD (evangelische kirche in deutschland).

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