Lesezeichen – Simanija » Buchtipp
Schlecht geklaut?

Weltreligionen bei Tchibo
Diese Woche gibt es in Tchibo’s Welt ein Buch aus dem Hause Springer über die “Weltreligionen”. Da mich solche Bücher grundsätzlich interessieren habe ich mir ein solches Exemplar gekauft.
Erst einmal ein paar Basisdaten:
9,95 Euro
144 Seiten, viele Farbabbildungen und Farbtafeln.
Behandelte Religionen: Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum.
Leider gibt es keinen verantwortlichen Autoren, oder einen Herausgeber und verschiedene Autoren aus den einzelnen Religionen, die eine Ahnung von dem gehabt hätten, über das sie schreiben. Und damit habe ich meine Kritik auch schon geäußert. Das Vorwort versprach ein anspruchsvolles Buch aus einem der “rennomiertesten eropäischen Verlage für Fachinformationen”. Herausgekommen ist leider ein mittelmäßige Zusammenstellung von Illustrierten-Beiträgen.
Popularity: 1% [?]
Veröffentlicht unter: Buchtipp, Deutschland, Diverses, Religionswissenschaft
Siddurim – eine Bücherliste
Welcher Siddur (jüdisches Gebetbuch) ist für mich das richtige? Vor einiger Zeit habe ich nachfolgende Bücherliste nach einem Vortrage von Niels Ederberg zusammengestellt, die einen ersten vertiefenden Einblick zu dem Thema ermöglicht:
Übersichtsbände
- Liturgiegeschichte: Elbogen, I., Der jüdische Gottesdienst, Olms Verlag, ISBN 3-487-01587-0
- Jakob J. Petuchowski: Prayerbook Reform in Europe: The Liturgy of European Liberal and Reform Judaism, URJ, ISBN 0-8074-0091-2
- Hoffman, Lawrence A.: Beyond the Text: A Holistic Approach to Liturgy, Indiana University Press, ISBN 0253205387
- Hoffman, Lawrence A.: My People’s Prayer Book – Traditional Prayers, Modern Commentaries, 10 Bände, Jewish Lights Publishing, z.B. Band 1: The Sh’ma and its Blessings ISBN 1879045796
Siddurtraditionen
- Minhag (Nussach) Ashkenaz (traditioneller deutscher Ritus)
- Minhag (Nussach) Sfarad (chassidischer / mystischer Ritus)
- Minhag Sefardi (sefardischer / mizrachi Ritus)
- Bnei Roma (Ritus der Gemeinde in Rom und einiger italienischer Gemeinden)
- Militärsiddurim (Israel, USA etc.) als Mischformen verschiedener Traditionen
- Reformsiddurim speisen sich ebenfalls aus aschkenazischen und sefardischen Quellen s.u.
Orthodoxe Siddurim
- streben traditionelle Vollständigkeit an
- wenig Zugang an neuen Gebeten
Beispiel Artscroll: Zielnutzer: Ba’alei T’schuwah, da viele Anleitungen im Siddur enthalten, umfangreiche Fußnoten, Quellenverweise, jedoch sehr einseitige religiöse Ausrichtung, diverse Ausgaben.
Beispiel Rinat Israel: israelischer Standard Siddur, modern-orthodox/national-zionistisch geprägt – siehe auch: http://www.sprachkasse.de/blog/2006/09/20/siddur-rinat-israel/, und http://en.wikipedia.org/wiki/Rinat_Yisrael
Reconstructionist
Abspaltung vom konservativen Judentum. Der Siddur enthält teils traditionelle Texte, teils neue/alternative Texte als Meditationen oder als neue Gebete. G’tt in männlicher, weiblicher, sing. und plural Anrede, keine Auserwähltheit von Israel
Masorti / Konservativ
Traditionelle Gebetsanordnung, gekürzt um Pijutim, Lerntexte etc. Teisl mit alternativ-Texten und Meditationen. Veränderungen des traditionellen Textes an einigen Stellen, so z. B. Erinnerung an das Tempelopfer – statt bitte zur Wiederherstellung des Tieropfers.
Beispiel Sim Shalom(USA), heute in zwei Bänden lieferbar, englisch-hebräisch und Wa’ani Tefilati (Israel).
Reform Siddurim
Kürzung der traditionellen Texte und größere Freiheit in der Anordnung der Texte, Vermeidung von Doppelungen (z.B. morgens nur einmal Aschrei), stärkere Akzentuierung, Aufnahme von modernen Texten in die Liturgie, „politische“ Durchsicht der Texte mit Schwerpunkt auf die ethischen Zielrichtungen der Reformbewegung (Universalismus, Egalitär, Streichung des Tempeldienstes usw.).
Beispiele: Mishkan T’filah (neu, USA), Seder HaTfilot (Deutschland), Seder HaTfilot (neu, England)
Im Internet:
SEHR EMPFEHLENSWERT! Eine ganze Auswahl an Siddurim online (diverse Minhagim und Anlässe) findet man auf der Website von Da’at. Alle Texte lassen sich übrigens hervorragend in Worddokumente übernehmen. -> [HIER]
(Wenn Ihr das Problem habt, dass bei der Übernahme von hebräischen Texten, dieser in umgekehrter Buchstabenreihenfolge in Eurem Dokument erscheinbt, hilft Euch eventuell folgendes Tool im Internet weiter: Zooloo)
Chajm hat in seinem Blog zu einigen Siddurim, vor allem zu eigenen Siddur-Projekten, einiges geschrieben -> [HIER].
Ariel Benjamin hat ein “Open Source” Siddur-Projekt HIER gestartet.
Auf der Seite von Kesher (Studentenorganisation der amerikanischen Reformbewegung) finden sich einige interessante Siddurvorlagen und weitere Materialien -> [HIER].
Die Liste ist noch lange nicht vollständig. Bitte nutzt die Kommentarfunktion, wenn Ihr wertvolle Tipps teilen wollt. Danke.
Popularity: 1% [?]
Veröffentlicht unter: Buchtipp, Jüdisches, Links, Religionswissenschaft
Islam für Juden – ein Buchtipp
Angeregt durch den Besuch von Rabbiner Reuven Firestone bei uns am Kolleg und an der Uni in Potsdam habe ich seine Einführung zum Islam als aktuelle Lektüre für mich gewählt und ich muss sagen, dass es ein gutgeschriebenes Sachbuch ist, das mir einen interessanten Blick auf den Isalm eröffnet.
An Introduction to Islam for Jews
von Reuven Firestone
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Jewish Pubn Soc (Juni 2008 )
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0827608640
Popularity: 7% [?]
Veröffentlicht unter: Buchtipp
frag doch mal die maus
gestern habe ich bei unseren nachbarn ein schulbuch ihres sohnes gesehen, welches den schülern einen ersten einblick und überblick über die religionen geben soll. neben einem allgemeinen teil zu religionen, in dem fragen nach “wie sieht G’tt” aus bis zu den engeln beantwortet werden, werden die großen weltreligionen vorgestellt und fragen in einfacher art und weise beantwortet. die sprache erinnert sehr an die sendung mit der maus und ist daher in meinen augen für die zielgruppe perfekt (es ist ab 8 jahren).
aber leider gibt es einen groben schnitzer, der mir beim durchblättern des buches sofort unangenehm aufgefallen ist und der meines erachtens einem professor für praktische theologie – dem autor roland rosenstock also – nicht passieren dürfte. es geht um den G’ttesnamen. auf fast allen seiten zum judentum wird immer wieder der name als J…. ausgeschrieben. expliziet wird dies als Sein name dargestellt, das Shma Israel wird mit J… ausgeschrieben usw.
das einige unverbesserliche alt-theologen noch mit der vorstellung hausieren gehen, dass dies der name G’ttes sei, ist eine traurige wahrheit, lässt sich aber nicht ändern, aber ein junger theologe (abi 1985, promotion 2001 und berufung zur juniorproffesur 2003) sollte inzwischen mehr über das judentum gelernt haben, als so daneben zu hauen. und selbst wenn es ihm nicht bewusst war, so hätte ein freundschaftliches gespräch mit einem rabbiner oder (jüdischen) studenten oder jüdischen gemeindemitglied oder gar nur ein blick in eines der vielen bücher über das judentum, schnell das offensichtliche klar gemacht. im judentum wird der name G’ttes nicht ausgeschrieben.
übrigens, ein kind von 8 jahren versteht das sehr gut. man bräuchte in dem buch nur die frage stellen: “warum schreiben und sprechen juden den namen von G’tt nicht aus, bzw. schreiben ihn so merkwürdig?” und an stelle J… könnte man gut Adonai schreiben und man würde zeigen, dass man die anderen religionen, die man vorstellt auch wirklich respektiert.
mehr zum autor und zum buch findet ihr auf den folgenden links:
http://www.bistum-essen.de/1739+M53b51bd2f4d.html
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/115909/
http://www.randomhouse.de/book_new/edition.jsp?edi=202759
Frag doch mal … die Maus – Fragen zu Gott, der Welt und den großen Religionen
Roland Rosenstock
Originalverlag: cbj
Mit Fotos / Illustrationen von Antje von Stemm
Ab 8 Jahren
Gebundenes Buch, 192 Seiten, 16,5 x 24,0 cm
Mit farb. Illustrationen
ISBN: 978-3-570-13132-9
Popularity: 1% [?]









English
Deutsch
עברית
Feedback