Israel und Edom

Die Haftarah für den letzten Shabbat war nach sefardischer Tradition das Buch Obadiah. Diese Wahl scheint der sonst üblichen Auswahl zu widersprechen, nach der die Haftarah inhaltlich parallel zur Torah-Lesung sein sollte. Während unser Wochenabschnitt die Versöhnung der Zerstrittenen Brüder Jacob und Esau zum Thema hat, beschreibt die Haftarah die ewige Feindschaft zwischen Israel und Edom. Die Wahl der Haftarah muss eine tiefere Bedeutung haben.

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Koscher – gibt es das auch im Islam

Judentum und Islam ?
Judentum und Islam ?

Einen sehr interessanten Beitrag zum jüdisch.islamischen Dialog habe ich bei der Deutschen Welle entdeckt. Der Film ist knapp 30 Minuten lang und kann online abgerufen werden:

http://www.dw-world.de/popups/popup_single_mediaplayer/0,,3988059_type_video_struct_3609_contentId_2576946,00.html

oder:

http://www.dw-world.de/dw/0,,3609,00.html (rechts Unten im Archiv den Beitrag auswählen).

Shabbat Shalom

Islam für Juden – ein Buchtipp

Angeregt durch den Besuch von Rabbiner Reuven Firestone bei uns am Kolleg und an der Uni in Potsdam habe ich seine Einführung zum Islam als aktuelle Lektüre für mich gewählt und ich muss sagen, dass es ein gutgeschriebenes Sachbuch ist, das mir einen interessanten Blick auf den Isalm eröffnet.

An Introduction to Islam for Jews
von Reuven Firestone
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Jewish Pubn Soc (Juni 2008 )
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0827608640

Nix Neues, oder? Karfreitagsbitte die Xte…

Vielleicht ist es ungewollte Marketinghilfe, aber rechtzeitig zum Erscheinen des Buches:

„… damit sie Jesus Christus erkennen“: Die neue Karfreitagsfürbitte für die Juden

( Herausgegeben von Walter Homolka und Erich Zenger
Herder, Freiburg; Auflage: 1 (Mai 2008 )
ISBN-13: 978-3451299643)

welches einige sehr interessante Artikel rund um die große Debatte um die geänderte Karfreitagsfürbitte sammelt, meldet sich der Bischof von Rom mit einer deutlichen Positionierung seiner Haltung zurück und gibt damit dem, diese Woche beginnenden Katholikentag und allen wieder, zaghaft begonnen Dialogbemühungen ein deutlichen Tritt gegen das Schienbein:

Benedikt XVI.: Kirche muss missionarisch sein

Papst Benedikt XVI. hat den Rechtsanspruch der Kirche auf Mission bekräftigt. Der Taufbefehl Jesu an seine Jünger stelle einen „verpflichtenden Auftrag für die ganze Kirche und für jeden einzelnen Christgläubigen“ dar, sagte Benedikt XVI. bei einer Begegnung mit Vertretern päpstlicher Missionswerke am Samstag im Vatikan. Er nannte die Bekehrung zugleich ein „unverzichtbares Recht“. Dieses gründe in der Religionsfreiheit und schließe soziale wie politische Aspekte ein.
Der Auftrag, die Menschheit zu evangelisieren, bleibe „weiterhin dringend und notwendig, sagte der Papst. Die Menschen warteten auf Christus. Es sei die Liebe, die Christen dazu treiben müsse, allen Menschen unbefangen und mutig „die rettende Wahrheit“ zu verkündigen. Jede Ortskirche repräsentiere das auserwählte Volk unter den Heiden, so Benedikt XVI. Den „Keimen der Zersetzung unter den Menschen“, die von der Sünde herrührten, stelle jede lokale Kirche eine Einheit schaffende Kraft entgegen.

(Radio Vatikan 17.05.2008)

In einem Gespräch unter Freunden, brachte es heute Abend eine muslimische Teilnehmerin auf den – nicht ganz unprovokativen – Punkt:

Die Äußerungen des Papstes in seinem stoischen Sendungsbewusstsein erinnert sie des öfteren an Aussagen wie „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ – man müssen nur deutsch mit katholisch ersetzen …

Ich möchte den deutschen Papst mit der Zitierung der Dame nicht in die Nähe von Nazis rücken, will aber verdeutlichen dass Juden, und in letzter Zeit wohl auch vermehrt Muslime, unter der Vehements mit der Benedikt wenig Respekt für andere Religionen zeigt, leiden und die Hilflosigkeit, die daraus entsteht, aufzeigen. Es ist ja nett und schön, wenn Katholiken an der Basis und Kurienkardinäle die Arme offen und ausgebreitet zum Dialog hinhalten, aber wenn mehrere Wochen Dialog zwischen den ersten Ereignissen und den letzten Äußerungen des Papstes keine Veränderungen in der Haltung des selbigen bewirkt haben, dann verwundert es mich nicht, dass Kardinal Kasper niemanden findet, der mehr bereit ist, „Bitten an ihn heranzutragen“ (und mit Verlaub, allein diese Aussage ist schon ein Hohn für alle, die sich innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche für eine Rettungsaktion des angeschlagenen Dialoges eingesetzt haben):

Kurienkardinal Walter Kasper schließt eine Korrektur an der neu formulierten tridentinischen Karfreitags-Fürbitte offenbar nicht aus. „Es kann schon nochmals daran gearbeitet werden“, sagte Kasper in einem Interview der in Ulm erscheinenden „Südwest-Presse“ (Montag). Eine solche Bitte sei aber „offiziell nicht an uns herangetragen worden“. Deshalb gebe es momentan auch keine entsprechenden Überlegungen. Änderungen habe es aber im Laufe der Geschichte „immer mal wieder“ gegeben. (DomRadio)

Nicht im Buch, aber trotzdem spannend zu Lesen – meine älteren Beiträge zum Thema 🙂

Nachtrag: Kaum hatte ich meinen Artikel fertig, habe ich bei Chajm auf Sprachkasse einen passenden weiteren Atrikel entdeckt, der die Diskussion um eine weitere Dimension erweitert: HIER LESEN