Yummy

Über Juval habe ich schon mal in meinem Blog berichtet. Er ist Kantor einer kleinen, lieben Gemeinde in Los Angeles. Er war Student am Abraham Geiger Kolleg und hatte dort die Funktion eines Pionieres inne, schließlich war er der erste Kantorenstudent des Kollegs. Im Rahmen meiner Teilnahme an der World Union for progressiv Judaism – Konferenz in San Francisco habe ich auch einen Abstecher nach L.A. machen können und Juval besucht.

Die Gemeinde die er betreut ist eine der LGBT-Gemeinden in den USA. BCC [Beth Chayim Chadashim] wurde 1972 gegründet und war damit die erste jüdische Gemeinde, die sich offen und programmatisch an Lesben und Schwule richtete. Heute ist sie, wie alle anderen LGBT Gemeinden auch, eine Gemeinde die ihre Türen für jeden offen hält. Gleichgeschlechtliche wie heterosexuelle Familien gehören ebenso zum Gemeindebild, wie die heterosexuelle Singlefrau oder der schwule mid-60er.

Ob eine LGBT Gemeinde heute noch notwenig ist, bzw. für Deutschland notwenig wäre, weiss ich nicht. Es gibt gute Gründe, wenn wir davon sprechen, dass noch längst nicht alle Gemeinden bereit sind, Lesben, Schwule und Tranzsexuelle zu integrieren. Gerade die letztere Gruppe ist mehr oder weniger unsichtbar in unseren Gemeinden. Auch wenn viele liberale Gemeinden „Gay-Friendly“ sind, gibt es bisher – nach meinem Wissen – keine Gemeinde, die eine Zeremonie für Lebenspartnerschaften anbietet. D.h. bei einem wichtigen Lebensabschnitt sind unsere Gemeinden noch nicht in der Lage, einen Teil der Mitglieder aktiv zu begleiten. Ob das reicht, eigene Gemeinden für Lesben und Schwule zu gründen, weiss ich nicht. Wahrscheinlich nicht. Aber wie damals die Gemeinden in den USA der Türöffner zu einem jüdisch-religiösen Leben für Lesben und Schwule wurde, so könnte auch in Deutschland eine vergleichbare Initiative Menschen integrieren, die keine Heimat in den bestehenden Gemeinden gefunden haben. Wie gesagt, ich weiss es nicht.(Eure Meinung würde mich interessieren).

Aber eigentlich wollte ich in diesem Post das neue Video von Juval vorstellen und sage daher: Vorhang auf!

Empfang der Shabbat Braut

JICA-EINLADUNG

Studentenkonzert des Jewish Institute of Cantorial Arts

Die Kantorenstudenten laden Sie herzlich zu ihrem ersten Studentenkonzert

Empfang der Shabbat Braut
am Sonntag, den 14. Juni 2009, um 18:00 Uhr
in das Jüdische Gemeindehaus, Fasanenstraße 79/80, 10623 Berlin
,

ein.

Solisten: Juval Porat, Alexander Zakharenko und Nikola David

Atara – Chor des Jewish Institute of Cantorial Arts

Dirigentin: Varda Seelig

Orgel und Klavier: Mirlan Kasymaliev

Juval Porat wird sein Abschlusskonzert zum Thema seiner Arbeit: “Zur musikalischen Entwicklung des Abendgebets für Schabbat in Deutschland vom 17. Jahrhundert bis zu unserer Zeit“ präsentieren.

Studierende des JICA präsentieren israelische Kunstmusik

Eintritt frei!

Jewish Institute for Cantorial Arts • sacredmusic.eu