Purim in Jerusalem

Purim in Jerusalem

Es war das zweite Mal, dass ich Purim in Jerusalem verbracht habe. Vor 4 Jahren war es gleichzeitig mit meinem Geburtstag und somit gab es einen doppelten Grund zu feiern. Damals war ich kurz in einer Synagoge und bin dann mit Freunden in eine Bar gegangen. Dieses Mal war ich am Abend mit Danny (einem Studenten aus meiner Yeshiva) in einer kleinen Synagoge in der Nähe des Kikar Zion, d.h. in der Jerusalemer Innenstadt. Da es eine von Chabad betriebene Synagoge ist, erlebte ich eine Megilla-Lesung in aschkenasischer Aussprache. Premiere für mich. Der Vorleser hat aber so deutlich und langsam gelesen, dass ich gut folgen konnte.

Im Wohnzimmer des Rabbiners
Im Wohnzimmer des Rabbiners
Im Wohnzimmer des Rabbiners

Der Rabbiner dort hat uns anschließend zu sich eingeladen. Es war schon ein wenig komisch, mit lauter Chabadniks im Wohnzimmer des Rabbiners zu sitzen. Wie immer wenn Chabad irgendwo feiert gab es Livemusik. Zwei Musiker saßen in einer Ecke. Nach ein paar Verzögerungen (viele der erwarteten Gäste kamen fast eine Stunde später) kam dann eine nette Stimmung auf. Auf dem Rückweg bin ich noch ein wenig durch die Innenstadt gelaufen (leider habe ich hiervon keine Bilder). Es war richtig was los.

Heute morgen war dann Purim in der Yeshiva angesagt. Nachfolgend eine Bilderauswahl:

Damit ist einer meiner Lieblingsfeiertage vorbei. Jetzt geht es in die Vorbereitung zu Pessach. Auch nicht schlecht 🙂

Purim – eine kleine Quellen-Sammlung

Die nachfolgende Übersicht entstand als Vorbereitung zu einem Referat zu dem kleinen jüdischen Feiertag, den wir heute (und morgen) begehen. Mit den weiteren Blog-Artikeln, die bei verschiedenen anderen Bloggern unseres Webrings „Blogs von Juden aus Deutschland“ entstanden sind, gibt es ein erstaunlich schönes und rundes Bild. Ich wünsche Euch „Chag Purim Sameach“. Feiert schön und fröhlich!

ÜBERSICHT

Purim kann man, ohne in die Tiefe zu gehen, als die jüdische Antwort auf Fasching beschreiben und liegt, wenn man damit das Kostümieren und fröhlich Feiern in den Vordergrund stellt, nicht unbedingt falsch. Eines der vielleicht verrücktesten Gebote in der Halacha ist das Gebot, dass man an Purim so betrunken sein soll, dass man nicht mehr zwischen einem „Gesegnet sei Mordechai“ und „Verflucht sei Haman“ unterscheiden kann [Fussnote 1, siehe am Ende]. Das Gebot, dass man an Purim viel Alkohol trinken soll, ist ein Anzeichen dafür, dass Purim eines der fröhlichsten Feste im jüdischen Kalender ist. Es folgt dem fast schon üblichen Modell für jüdische Feste: „Sie haben versucht uns umzubringen, wir haben es überstanden, lasst uns essen und feiern“. Mehr lesen